@xriss
Ja, ich glaube, dass da mehrere Sachen eine Rolle spielen.
1) Und das ist mir beim Lesen von Katja Hoyer klar geworden, gibt es nicht DIE #DDR. Es gibt viele verschiedene DDRen. Es gab verschiedene Phasen. Das macht es schwierig, wenn es um eigene Erfahrungen geht.
2) Ist #Antisemitismus schwierig zu fassen. Bei den Nazis war es ganz klar ein rassistisches Konzept. Ariernachweis usw. Viele Menschen, die nicht religiös waren und auch die Kultur nicht mehr gelebt haben, waren plötzlich Jüd*innen.
Ja, vieles wusste man einfach nicht. Tony Krahl, der Sänger von #City. Der Sänger von #SternMeißen. Viele, viele Intellektuelle. Aber es ist doch ein gutes Zeichen, dass das niemand wusste. Es war einfach egal. Der Staat wusste es auf jeden Fall. Und wenn die DDR als Staat antisemitsch im Sinne des rassistischen Konzepts gewesen wäre, dann hätten die Personen eben nichts zu melden gehabt, aber das war nicht der Fall.
Kultur und Bildung wurde ja auch in den Betrieben organisiert. Meine Mutter hatte einen Besuch bei einer jüdischen Gemeinde organisiert. Das muss in den 70ern oder 80ern gewesen sein. Auch das religiöse Leben gab es.
Die DDR war gegen Israel, da Israel Teil des anderen Blocks war, aber das fällt nur nach einer unzweckmäßigen Definition von Antisemitismus unter Antisemitismus.